Masterstudenten der UNI Potsdam präsentieren Konzept für I-TDS
Frische Impulse für die Wissenschaftskommunikation, Projektübergabe an der Universität Potsdam
Wie gelingt es, Wissenschaft und Smart City für alle Menschen verständlich und erlebbar zu machen? Mit dieser spannenden Fragestellung haben sich vier Masterstudierende der Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Am 29. Juli 2026 durften wir als Initiative Transparente Digitale Stadt (I-TDS) die Ergebnisse ihres Projektes im Rahmen des Seminars „Smart City“ entgegennehmen.
Für unseren Verein nahmen Jens Hofmann und Andrea Ney an der Projektpräsentation teil. Was wir erleben durften, war weit mehr als eine klassische Hochschulpräsentation: Die Studierenden überzeugten mit großem Engagement, kreativen Ideen und einem durchdachten Gesamtkonzept für eine moderne Wissenschaftskommunikation. Ein herzlicher Dank gilt der Projektgruppe mit: Hjördis Radicke, Kristin Kuch, Carolin Klein, Benedict Günter.
Das zentrale Anliegen der Semesterarbeit: Viele Menschen werden bisher mit Smart City Themen nicht erreicht
Die Studierenden analysierten zunächst die Herausforderungen, vor denen Wissenschaftskommunikation und Smart-City-Projekte heute stehen. Dabei wurde deutlich:
- Viele Angebote erreichen vor allem digital affine Menschen.
- Ältere Menschen sowie Kinder und Jugendliche werden häufig nur unzureichend eingebunden.
- Zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Stadtgesellschaft bestehen Informationslücken.
- Bürgerinnen und Bürger wünschen sich verständliche Informationen über Hintergründe, Auswirkungen sowie ihre Mitwirkungsmöglichkeiten.
Das gemeinsame Ziel lautet deshalb: Die gesamte Stadtgesellschaft aktiv an der Entwicklung einer digitalen und lebenswerten Stadt beteiligen.
Ein überzeugender Lösungsansatz: Der mobile “Science Connect Hub”
Im Mittelpunkt der Präsentation stand die Entwicklung eines innovativen Kommunikationskonzeptes mit dem Namen Science Connect Hub. Die Grundidee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Wissenschaft und Smart City verlassen ihre gewohnten Räume und gehen direkt zu den Menschen.
Ein flexibel einsetzbarer, mobiler Informationsstand könnte regelmäßig an alltäglichen Orten präsent sein – beispielsweise auf Wochenmärkten, bei Stadtteilfesten, in Einkaufszentren oder auf Veranstaltungen. Dort entstehen Begegnungen, Gespräche und Beteiligung genau dort, wo Menschen ohnehin unterwegs sind.
Der Science Connect Hub als Lösung verbindet:
- verständlicher Wissensvermittlung,
- spielerischen Mitmachangeboten,
- offenen Dialogformaten und
- konkreten Beteiligungsmöglichkeiten.
Die Entwicklung erfolgte auf Basis eines Business Model Canvas und wurde zusätzlich durch eine SWOT-Analyse hinsichtlich Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bewertet.
Wissenschaft verständlich und greifbar machen
Besonders gefallen hat uns der praxisnahe Ansatz der vorgeschlagenen Informationsstationen. So könnten Bürgerinnen und Bürger beispielsweise erfahren,
- welche Smart-City-Projekte bereits existieren,
- wo sich kühle Orte in Potsdam befinden,
- welche Daten durch Umwelt- und Stadtsensoren erhoben werden,
- welche Schattenplätze oder Grünflächen besonders wichtig sind,
- wie ein Baumkataster funktioniert oder
- welchen Nutzen Lärmmessungen und andere Sensordaten für den Alltag haben.
Gleichzeitig sollen Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Erfahrungen, Ideen und Beobachtungen einbringen können. Wissenschaftskommunikation wird dadurch zu einem echten Dialog und nicht nur zur Informationsvermittlung.
Ideen für die praktische Anwendungen
Die Studierenden zeigten Möglichkeiten auf, wie sich dieses Konzept in der Praxis anwenden und weiterentwickeln lässt. Dazu gehören unter anderem:
- Touren durch verschiedene Stadtquartiere,
- Kooperationen mit Vereinen und Stadtteilveranstaltungen,
- Projektwochen und Arbeitsgemeinschaften an Schulen,
- digitale Begleitangebote über Website und Social Media,
- kurze Informationsvideos auf den Sozialen Kanälen
- die gezielte Präsenz in Stadtteilen, in denen Informationsbedarf oder Skepsis besonders groß sind.
Es wurde angeregt, den Erfolg der Maßnahmen messbar zu machen, beispielsweise durch Besucherzahlen, Beteiligungsquoten oder die Zahl wiederkehrender Teilnehmender. Auch die langfristige Perspektive kam nicht zu kurz. Die Projektgruppe beschäftigte sich mit Fragen der Finanzierung, möglichen Förderprogrammen, Drittmitteln, Sponsoring sowie der Zusammenarbeit mit Partnern aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft. Ebenso wurden wichtige Rahmenbedingungen wie Datenschutz, Datenrechte und die notwendige Anpassungsfähigkeit des Konzeptes berücksichtigt.
Unser Fazit
Für uns als Verein I-TDS, Initiative Transparente Digitale Stadt war die Projektübergabe ein äußerst inspirierender Termin. Die vier Studierenden haben gezeigt, wie moderne Wissenschaftskommunikation Menschen erreichen, Interesse wecken und Beteiligung fördern kann. Wir nehmen wertvolle Impulse für die zukünftige Arbeit unseres Vereins mit. Einige der vorgestellten Ideen bieten großes Potenzial, Wissenschaft, Digitalisierung und Smart City noch stärker mit den Menschen in unserer Stadt zu verbinden.
Unser herzlicher Dank gilt der gesamten Projektgruppe sowie den betreuenden Lehrenden der Universität Potsdam für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.
Wir freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in unsere weitere Vereinsarbeit einfließen zu lassen und gemeinsam neue Wege der Wissenschaftskommunikation zu entwickeln.